„Woran erkenne ich eigentlich eine gute Mütterpflegerin?“, diese Frage wurde mir vor einiger Zeit gestellt.
Ich musste gar nicht lange überlegen. Meine Antwort hatte nämlich zunächst nichts mit einer Ausbildung oder einem Zertifikat zu tun. Ich habe gesagt:
„An der Art, wie sie auf dich und deine Familie zugeht.“
Denn genau darum geht es.
Eine Mütterpflegerin begleitet Familien oft in einer Zeit, in der vieles anders ist als sonst. Man ist müde, vielleicht erschöpft, manchmal verunsichert und ganz sicher nicht in der Stimmung, sich verstellen zu müssen.
Deshalb wünsche ich jeder Familie eine Mütterpflegerin, die mit einem guten, milden Herzen zu ihr nach Hause kommt. Eine Frau, die nicht bewertet, sondern versteht. Die nicht ungefragt Ratschläge verteilt, sondern erst einmal zuhört. Die nicht fragt, warum die Wäsche noch liegt, sondern was heute gerade am dringendsten gebraucht wird.
Ich glaube, genau daran erkennt man eine gute Mütterpflegerin.
Nicht daran, dass sie alles besser weiß. Sondern daran, dass sie dir das Gefühl gibt, dass du mit allem, was gerade da ist, willkommen bist.
Natürlich gehört zu einer guten Mütterpflegerin auch eine fundierte Ausbildung. Gerade weil sie Familien in einer so sensiblen Lebensphase begleitet, braucht sie fachliches Wissen und muss ihre Grenzen kennen. Das eine schließt das andere nicht aus.
Im Gegenteil. Ich wünsche mir beides. Ein gutes Herz und eine gute Ausbildung.

Und vielleicht fragst du dich jetzt, woran man das überhaupt erkennen kann.
Vielleicht liegt mir dieses Thema auch deshalb so am Herzen, weil ich mir dieselben Fragen gestellt habe.
Als ich mich damals für die Ausbildung zur Mütterpflegerin entschieden habe, wollte ich nicht einfach irgendeine Ausbildung machen. Mir war wichtig, dass dahinter eine klare Haltung steht. Dass nicht nur Fachwissen vermittelt wird, sondern auch Verantwortung.
Ich habe mich deshalb ganz bewusst für Mütter für Mütter entschieden. Das Institut war damals noch nicht vom MDEV – Mütterpflege Deutschland e. V. akkreditiert. Wir waren der erste Ausbildungsdurchgang. Trotzdem hatte ich keinen Moment Zweifel.
Ich kannte die Arbeit von Mütter für Mütter bereits und wusste, mit wie viel Herzblut und Verantwortungsbewusstsein dort gearbeitet wird. Für mich war schnell klar, dass sie den Weg der Akkreditierung gehen würden. Nicht, weil sie ein Siegel brauchten, sondern weil Qualität schon immer Teil ihrer Arbeit war.
Heute ist das Ausbildungsinstitut vom MDEV akkreditiert und ich selbst bin Mitglied im MDEV. Das war für mich der logische nächste Schritt. Nicht, weil ich ein Logo auf meiner Homepage haben möchte.
Ich kann mich mit den Werten identifizieren
Der MDEV setzt sich für verbindliche Qualitätsstandards in der Mütterpflege ein, akkreditiert Ausbildungsinstitute und gibt Familien damit eine Orientierung in einem Beruf, dessen Bezeichnung nicht geschützt ist.
Und genau diese Orientierung wünsche ich jeder Familie. Ich wünsche mir, dass niemand darüber nachdenken muss, ob er einer Mütterpflegerin vertrauen kann.
Gerade deshalb sollten Qualität und klare Werte in der Mütterpflege selbstverständlich sein.
Vielleicht helfen dir diese Fragen weiter
Wenn du eine Mütterpflegerin suchst, darfst du ganz selbstverständlich nachfragen:
- Wo wurde sie ausgebildet?
- Ist das Ausbildungsinstitut vom MDEV akkreditiert?
- Bildet sie sich regelmäßig fort?
- Ist sie Mitglied im MDEV und dem Ehrenkodex verpflichtet?
- Kennt sie ihre fachlichen Grenzen?
- Fühlst du dich mit ihr sicher, gesehen und ernst genommen?
Eine fundierte Ausbildung ersetzt kein Herz. Aber Herz allein ersetzt auch keine fundierte Ausbildung. Beides gehört zusammen.
Noch etwas liegt mir am Herzen.
Viele Mütterpflegerinnen bringen zusätzliche Qualifikationen mit oder sind neben ihrer Tätigkeit auch in weiteren beruflichen Bereichen aktiv. Das finde ich grundsätzlich überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil – jede zusätzliche Erfahrung kann eine Bereicherung sein.
Entscheidend ist für mich etwas anderes
Eine Familie, die Unterstützung braucht, befindet sich oft in einer besonders sensiblen Lebensphase. Sie ist müde, erschöpft, manchmal verunsichert und sucht vor allem eines: Entlastung.
Ich wünsche mir deshalb, dass eine Mütterpflegerin diese Zeit niemals nutzt, um Produkte zu verkaufen, neue Kundinnen zu gewinnen oder Familien von einem bestimmten Konzept überzeugen zu wollen.
Genau dieser Gedanke findet sich auch im Ehrenkodex des MDEV und auch von Mütter für Mütter wieder. Dort geht es unter anderem darum, die Interessen der begleiteten Familie immer an erste Stelle zu setzen. Das bedeutet auch, das eigene oder nahestehende Nebengewerbe während der Begleitung nicht zu bewerben.
Ich finde das einen wichtigen Grundsatz
Nicht, weil zusätzliche Qualifikationen etwas Schlechtes wären. Sondern weil Familien darauf vertrauen dürfen, dass jede Empfehlung aus Überzeugung und zum Wohl der Familie ausgesprochen wird – und nicht aus einem wirtschaftlichen Interesse heraus.
Mütterpflege bedeutet für mich, Menschen ein Stück ihres Alltags abzunehmen, damit sie wieder Kraft schöpfen können. Und genau deshalb wünsche ich jeder Familie eine Mütterpflegerin, die mit einem guten, milden Herzen zu ihr nach Hause kommt. Eine Frau, bei der man spürt, dass sie da ist, um zu helfen – und nicht, um etwas zu verkaufen.
Und dann gibt es noch etwas, das sich weder messen noch zertifizieren lässt:
Dein Bauchgefühl
Ich finde, auch darauf darfst du hören. Wenn du dich bei einer Mütterpflegerin wohl fühlst, wenn du das Gefühl hast, verstanden zu werden und einfach so sein zu dürfen, wie du gerade bist, dann ist das oft ein gutes Zeichen. Du musst dich nicht für das Chaos entschuldigen, nicht dafür, dass das Mittagessen heute nur aus einem belegten Brot besteht oder dass dir gerade alles zu viel wird. Eine gute Mütterpflegerin weiß, dass genau dafür ihre Unterstützung da ist.
Genauso darfst du aber auch aufmerksam werden, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt. Wenn du dich unter Druck gesetzt fühlst, wenn du ständig das Gefühl hast, dich erklären oder rechtfertigen zu müssen oder wenn du nach einem Besuch mehr verunsichert bist als vorher. Unterstützung sollte dich stärken. Sie sollte dir das Gefühl geben, dass du deinen eigenen Weg gehen darfst und dass jemand ein Stück dieses Weges mit dir geht – ohne zu bewerten und ohne dich verändern zu wollen.
Vielleicht ist genau das die Antwort auf die Frage, die mir damals gestellt wurde.
Woran erkennt man eine gute Mütterpflegerin?
Nicht an einem einzelnen Zertifikat. Nicht daran, dass sie auf jede Frage sofort eine Antwort hat. Und auch nicht daran, dass sie besonders laut auftritt.
Sondern daran, wie sie einer Familie begegnet.
Mit Fachwissen.
Mit Respekt.
Mit einem guten, milden Herzen.
Ich wünsche mir, dass jede Familie die Mütterpflegerin findet, die zu ihr passt. Eine Frau, bei der sie sich gut aufgehoben fühlt. Eine Frau, bei der sie spürt, dass sie nicht in ihr Zuhause kommt, um zu bewerten, sondern um zu helfen.
Und wenn du dieses Gefühl hast, dann hast du wahrscheinlich genau die richtige Mütterpflegerin für eure Familie gefunden. Genau das wünsche ich jeder Familie.
