„Eine Mütterpflegerin würde uns guttun … aber das können wir uns bestimmt nicht leisten.“

Eine Mütterpflegerin würde uns guttun … aber das können wir uns bestimmt nicht leisten.“Diesen Satz höre ich in meiner Arbeit als zertifizierte MfM-Mamahilfe® und Mütterpflegerin immer wieder. Und ehrlich gesagt macht er mich jedes Mal ein bisschen traurig. Nicht, weil Familien sich Gedanken über die Kosten machen – das ist völlig verständlich. Sondern weil viele gar nicht wissen, dass es verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung gibt und sie deshalb den Gedanken an Unterstützung oft gleich wieder verwerfen.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse einfach erklärt

Dabei sollte Hilfe nicht am Geld scheitern. Gerade dann, wenn Schwangerschaft, Geburt oder das Wochenbett anders verlaufen als erhofft, kann es unglaublich entlastend sein, jemanden an der Seite zu haben, der mit anpackt, mitdenkt und den Familienalltag ein Stück leichter macht.

In diesem Artikel möchte ich euch einen Überblick geben, welche Möglichkeiten der Kostenübernahme es gibt, wann die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für eine Mütterpflegerin oder MfM-Mamahilfe® übernehmen kann und welche Optionen privat versicherte Familien haben. Mir ist dabei wichtig, euch keine falschen Hoffnungen zu machen – aber genauso wenig möchte ich, dass Familien auf Unterstützung verzichten, nur weil sie glauben, ohnehin keinen Anspruch zu haben.


Wer bezahlt eine Mütterpflegerin oder MfM-Mamahilfe®? Die kurze Antwort

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten.

Die Unterstützung durch eine Mütterpflegerin oder MfM-Mamahilfe® kann privat bezahlt werden, sie kann unter bestimmten Voraussetzungen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden oder – je nach Versicherungsvertrag – von der privaten Krankenversicherung beziehungsweise der Beihilfe erstattet werden.

Welche dieser Möglichkeiten für euch infrage kommt, hängt immer von eurer persönlichen Situation ab. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick.


Mütterpflegerin oder MfM-Mamahilfe® privat bezahlen

Nicht jede Familie hat Anspruch auf eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Manche entscheiden sich deshalb ganz bewusst dafür, die Begleitung privat in Anspruch zu nehmen.

Vielleicht klingt das im ersten Moment nach einer größeren Investition. Gleichzeitig investieren viele werdende Eltern mehrere hundert oder sogar tausend Euro in Kinderwagen, Möbel oder andere Anschaffungen für das Baby. All das hat seinen Platz – keine Frage. Doch ich wünsche mir, dass wir genauso selbstverständlich auch über Unterstützung sprechen.

Denn was hilft euch in einer Zeit voller Schlafmangel, körperlicher Erholung und neuer Herausforderungen am meisten? Oft ist es nicht noch ein weiterer Gegenstand. Es ist jemand, der eine warme Mahlzeit kocht, den Einkauf erledigt, die Wäsche zusammenlegt oder mit dem großen Geschwisterkind auf den Spielplatz geht, während ihr euch ausruhen dürft.

Immer häufiger wünschen sich Familien deshalb statt weiterer Geschenke zur Geburt lieber ein paar Stunden Unterstützung durch eine MfM-Mamahilfe® oder Mütterpflegerin. Freunde und Verwandte legen zusammen und schenken etwas, das sich nicht ins Regal stellen lässt – aber den Alltag spürbar leichter macht. Für viele Eltern ist genau das im Nachhinein eines der wertvollsten Geschenke überhaupt.


Wann übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten?

Viele Familien wissen gar nicht, dass eine gesetzliche Krankenkasse die Kosten für eine Mütterpflegerin oder MfM-Mamahilfe® unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen kann.

Voraussetzung ist in der Regel, dass eine medizinische Indikation vorliegt. Das bedeutet, dass eure Ärztin oder euer Arzt bescheinigt, dass ihr aufgrund eurer gesundheitlichen Situation Unterstützung im Haushalt und bei der Versorgung eurer Familie benötigt.

Das kann zum Beispiel bei Beschwerden oder Komplikationen in der Schwangerschaft, einer Risikoschwangerschaft, nach einem Kaiserschnitt, bei körperlichen oder psychischen Erkrankungen oder bei Komplikationen im Wochenbett der Fall sein. Welche Voraussetzungen genau erfüllt sein müssen und ob die Kosten übernommen werden, entscheidet jedoch immer die jeweilige Krankenkasse nach Prüfung des Einzelfalls.

Vielleicht denkt ihr jetzt: „Das betrifft uns bestimmt sowieso nicht.“ Genau das höre ich häufig. Viele Familien fragen deshalb gar nicht erst nach. Dabei lohnt es sich fast immer, sich zu informieren. Mehr als eine Ablehnung kann schließlich nicht passieren – und manchmal stellt sich erst im Gespräch heraus, dass eine Kostenübernahme tatsächlich möglich gewesen wäre.


Übernimmt auch die private Krankenkasse die Kosten?

Auch privat versicherte Familien oder Beihilfeberechtigte können Anspruch auf eine Kostenübernahme oder Erstattung haben.

Da sich die Leistungen der einzelnen Versicherungen teilweise deutlich unterscheiden, lässt sich diese Frage leider nicht pauschal beantworten. Manche Tarife übernehmen die Kosten ganz oder teilweise, andere sehen keine entsprechende Leistung vor.

Deshalb empfehle ich euch, frühzeitig direkt bei eurer privaten Krankenversicherung oder der zuständigen Beihilfestelle nachzufragen. Häufig müssen die Kosten zunächst selbst bezahlt und anschließend zur Erstattung eingereicht werden.


Was macht eine Mütterpflegerin oder MfM-Mamahilfe® überhaupt?

Viele Menschen denken bei einer Mütterpflegerin zuerst an Unterstützung im Haushalt. Tatsächlich gehört das dazu – aber es ist nur ein Teil meiner Arbeit.

Als MfM-Mamahilfe® und Mütterpflegerin begleite ich Familien genau dort, wo sie Entlastung brauchen. Ich koche eine warme Mahlzeit, erledige kleinere Haushaltsarbeiten, gehe einkaufen oder beschäftige die Geschwisterkinder, damit ihr Zeit zum Ausruhen habt. Manchmal braucht es aber auch einfach jemanden, der zuhört, Mut macht oder gemeinsam mit euch den Alltag ein Stück sortiert.

Jede Familie bringt ihre eigene Geschichte mit. Deshalb gleicht keine Begleitung der anderen. Manche benötigen vor allem praktische Unterstützung, andere wünschen sich jemanden, der Sicherheit gibt und für ein paar Stunden etwas Ruhe in den oft turbulenten Familienalltag bringt.


Gut zu wissen: Jede Krankenkasse entscheidet individuell

Ob die gesetzliche oder private Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt immer von eurer persönlichen Situation und den jeweiligen Voraussetzungen ab. Eine allgemeingültige Aussage ist deshalb leider nicht möglich.

Lasst euch davon aber nicht entmutigen. Wenn ihr unsicher seid, ob ihr Anspruch auf Unterstützung habt, fragt nach. Oft klären sich viele Fragen bereits in einem kurzen Gespräch mit der Krankenkasse oder eurer Ärztin beziehungsweise eurem Arzt.

Und auch ich nehme mir gerne Zeit, euch die verschiedenen Möglichkeiten grundsätzlich zu erklären. Zwar kann ich keine Entscheidung der Krankenkasse vorwegnehmen, aber ich kann euch helfen, den Weg etwas übersichtlicher zu machen.


Häufige Fragen zur Kostenübernahme einer Mütterpflegerin

Kann ich eine Mütterpflegerin oder MfM-Mamahilfe® auch privat buchen?

Ja. Selbstverständlich könnt ihr eine Mütterpflegerin oder MfM-Mamahilfe® jederzeit als Privatleistung in Anspruch nehmen.

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten?

Ob eure Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt von eurer persönlichen Situation und den gesetzlichen Voraussetzungen ab. Die Entscheidung trifft immer die jeweilige Krankenkasse.

Können auch privat Versicherte eine Mütterpflegerin in Anspruch nehmen?

Ja. Je nach Tarif und Versicherungsbedingungen kann eine Kostenübernahme oder Erstattung möglich sein. Bitte erkundigt euch direkt bei eurer Versicherung.

Ist eine Mütterpflegerin nur im Wochenbett möglich?

Nein. Eine Mütterpflegerin oder MfM-Mamahilfe® kann Familien bereits während der Schwangerschaft, im Wochenbett oder später in belastenden Lebenssituationen begleiten, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.


Herz & Hand

 „Ich hätte viel früher um Hilfe bitten sollen.“

Ist eine der häufigsten Aussagen, die ich nach einer Begleitung höre. Und genau dieser Satz berührt mich jedes Mal aufs Neue.

Ich glaube, wir haben in unserer Gesellschaft ein bisschen verlernt, Unterstützung als etwas Selbstverständliches anzusehen. Viele Eltern möchten erst einmal alles alleine schaffen. Sie funktionieren, organisieren, kümmern sich – und stellen ihre eigenen Bedürfnisse ganz hinten an.

Dabei bedeutet Hilfe anzunehmen nicht, dass man versagt hat. Es bedeutet auch nicht, dass man den Familienalltag nicht alleine bewältigen könnte. Es bedeutet vielmehr, sich selbst und seiner Familie die Erlaubnis zu geben, in einer herausfordernden Zeit nicht alles alleine tragen zu müssen.

Gerade Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett sind intensive Lebensphasen. Sie dürfen anstrengend sein. Sie dürfen Kraft kosten. Und sie dürfen begleitet werden.

Als zertifizierte MfM-Mamahilfe® und Mütterpflegerin wünsche ich mir, dass keine Familie auf Unterstützung verzichtet, nur weil sie glaubt, sie nicht verdient zu haben oder sie sich nicht leisten zu können.

Wenn dieser Artikel euch Mut gemacht hat, euch mit dem Thema auseinanderzusetzen, dann hat er seinen Zweck erfüllt. Und wenn ihr Fragen habt oder euch unsicher seid, welche Möglichkeiten es in eurer persönlichen Situation gibt, meldet euch gerne bei mir. Manchmal reicht schon ein erstes Gespräch, um aus vielen Fragezeichen wieder ein gutes Stück Zuversicht werden zu lassen.


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Avatar-Platzhalter

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial
Instagram
WhatsApp
Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner